Problem mit IPv6

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Problem mit IPv6

Andreas Meyer-3
Hallo!

Ich habe reject_unknown_client_hostname angeschaltet und
stelle fest, das wehrt eine ganze Menge Spam ab.

Folgendes habe ich jetzt aber im logfile:

Dec  6 19:16:39 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: connect from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]
Dec  6 19:16:39 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: Trusted TLS connection established from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]: 450 4.2.0 <[hidden email]>: Recipient address rejected: greylisted for 300 seconds; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: disconnect from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: warning: hostname smtp.amimanera.de does not resolve to address 2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307: Name or service not known
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: connect from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: Trusted TLS connection established from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: 550 5.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: disconnect from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]

Für smtp.amimanera.de ist kein AAAA-record hinterlegt. Beim zweiten
connect nach dem greylisting verbindet sich der client offenbar mittels
IPv6 und wird abgelehnt.

Hat jemand Rat? Was kann ich tun?

Grüße

  Andreas

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Re: Problem mit IPv6

Florian Pritz
On 06.12.2017 19:44, Andreas Meyer wrote:
> Für smtp.amimanera.de ist kein AAAA-record hinterlegt. Beim zweiten
> connect nach dem greylisting verbindet sich der client offenbar mittels
> IPv6 und wird abgelehnt.
>
> Hat jemand Rat? Was kann ich tun?

Du kannst die postmaster von den kaputten Servern anschreiben und ihnen
sagen dass sie das fixen sollen (viel Glück) oder den Check wieder aus
machen und dafür RDNS_NONE in Spamassassin nutzen.

Alternativ kannst du den eventuell in postscreen mit einer score nutzen.
Mein Setup ist noch klein genug, dass ich es mir leisten kann alle Mails
durch SA zu senden und keine Vorfilterung brauche, deshalb weiß ich
nicht sicher ob postscreen das kann.

Man sollte auch dazu sagen, dass das bayes autolearn von SA genügend
Score braucht. Wenn du alles mit offensichtlichen Problemen schon vorher
rausfilterst bleibt nix mehr zum automatischen Lernen übrig. Die
Auswirkungen davon siehst du aber wahrscheinlich erst nach ein paar
Tagen wenn die  alten tokens aus der DB geflogen sind.

Florian


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Re: Problem mit IPv6

Andreas Meyer-3
Hallo!

Florian Pritz <[hidden email]> schrieb am 06.12.17 um 20:37:16 Uhr:

> On 06.12.2017 19:44, Andreas Meyer wrote:
> > Für smtp.amimanera.de ist kein AAAA-record hinterlegt. Beim zweiten
> > connect nach dem greylisting verbindet sich der client offenbar mittels
> > IPv6 und wird abgelehnt.
> >
> > Hat jemand Rat? Was kann ich tun?  
>
> Du kannst die postmaster von den kaputten Servern anschreiben und ihnen
> sagen dass sie das fixen sollen (viel Glück) oder den Check wieder aus
> machen und dafür RDNS_NONE in Spamassassin nutzen.
Ich kann ja einen AAAA-record eintragen, aber würde der das Problem
lösen? Ist nicht ein rDNS Eintrag auf IPv6 für die Domaine erforderlich
(den ich momentan nicht eintragen kann)?

> Alternativ kannst du den eventuell in postscreen mit einer score nutzen.
> Mein Setup ist noch klein genug, dass ich es mir leisten kann alle Mails
> durch SA zu senden und keine Vorfilterung brauche, deshalb weiß ich
> nicht sicher ob postscreen das kann.

Was es alles gibt. Auf spamassassin und postscreen wäre ich dbzgl.
jetzt nicht gekommen.

> Man sollte auch dazu sagen, dass das bayes autolearn von SA genügend
> Score braucht. Wenn du alles mit offensichtlichen Problemen schon vorher
> rausfilterst bleibt nix mehr zum automatischen Lernen übrig. Die
> Auswirkungen davon siehst du aber wahrscheinlich erst nach ein paar
> Tagen wenn die  alten tokens aus der DB geflogen sind.
>
> Florian

Grüße

  Andreas

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AW: Problem mit IPv6

Daniel-6
In reply to this post by Andreas Meyer-3
Garnichts tun?

Wenn es Spam abwehrt, wieso irgendwas tun, damit Spam durchkommt?

Willst Spam sammeln? Wer keinen rDNS verfügt zum einliefern, egal ob IPv4 oder 6 kann sein Mist behalten.

Würde also unknown hostname aktiv lassen, lehnt bei mir auch Spam ab, und macht teils sogar DNSBL überflüssig, da es garnicht erst soweit kommt, dass die abgefragt werden.

Gruß Daniel

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Postfixbuch-users [mailto:[hidden email]] Im Auftrag von Andreas Meyer
Gesendet: Mittwoch, 6. Dezember 2017 19:45
An: [hidden email]
Betreff: Problem mit IPv6

Hallo!

Ich habe reject_unknown_client_hostname angeschaltet und
stelle fest, das wehrt eine ganze Menge Spam ab.

Folgendes habe ich jetzt aber im logfile:

Dec  6 19:16:39 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: connect from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]
Dec  6 19:16:39 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: Trusted TLS connection established from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]: 450 4.2.0 <[hidden email]>: Recipient address rejected: greylisted for 300 seconds; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: disconnect from smtp.amimanera.de[195.62.121.239]
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: warning: hostname smtp.amimanera.de does not resolve to address 2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307: Name or service not known
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: connect from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: Trusted TLS connection established from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: 550 5.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>
Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: disconnect from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]

Für smtp.amimanera.de ist kein AAAA-record hinterlegt. Beim zweiten
connect nach dem greylisting verbindet sich der client offenbar mittels
IPv6 und wird abgelehnt.

Hat jemand Rat? Was kann ich tun?

Grüße

  Andreas

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Re: Problem mit IPv6

Florian Pritz
In reply to this post by Andreas Meyer-3
On 06.12.2017 20:48, Andreas Meyer wrote:

>> On 06.12.2017 19:44, Andreas Meyer wrote:
>> > Für smtp.amimanera.de ist kein AAAA-record hinterlegt. Beim zweiten
>> > connect nach dem greylisting verbindet sich der client offenbar mittels
>> > IPv6 und wird abgelehnt.
>> >
>> > Hat jemand Rat? Was kann ich tun?  
>>
>> Du kannst die postmaster von den kaputten Servern anschreiben und ihnen
>> sagen dass sie das fixen sollen (viel Glück) oder den Check wieder aus
>> machen und dafür RDNS_NONE in Spamassassin nutzen.
>
> Ich kann ja einen AAAA-record eintragen, aber würde der das Problem
> lösen? Ist nicht ein rDNS Eintrag auf IPv6 für die Domaine erforderlich
> (den ich momentan nicht eintragen kann)?
Also ich nehme jetzt an, dass smtp.amimanera.de (bzw
2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307) nicht dein System ist, sondern jemand
der bei dir Mails einliefern will. Du kannst da nichts ändern, sondern
der Admin von smtp.amimanera.de muss sein DNS fixen.

Die Lösung wäre, dass er sicherstellen muss, dass für jede IP(4/6) mit
der er sendet ein passender PTR record existiert und die Domain die in
diesem PTR steht dann wieder auf die ursprüngliche IP zurück auflösbar
ist. Das ganze nennt sich forward confirmed reverse dns; kannst du googlen.

Wenn du jetzt Mails ablehnst wo dieser FcrDNS nicht richtig eingerichtet
ist, kannst du nix tun außer den check aus zu machen oder den Admin dazu
zu bekommen sein Setup zu fixen. Ich war früher mal naiv und hab das
probiert, aber fast immer gibt es entweder keinen postmaster (Inkl.
bounce! Hach, tolle Welt), der postmaster reagiert nicht, er versteht
nicht was man überhaupt will oder die Mail ist "wichtig" und man hat
keine Zeit da mehrere Tage zu warten und whitelisted dann. Dass das
Problem gelöst wird kam selten vor. Abgesehen davon ist das natürlich
alles ne Menge Aufwand und dann ist da eben noch die Sache mit dem bayes
autolearn von SA.

Florian


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Re: Problem mit IPv6

Andreas Schulze
Am 06.12.2017 um 21:05 schrieb Florian Pritz:
> Die Lösung wäre, dass er sicherstellen muss, dass für jede IP(4/6) mit
> der er sendet ein passender PTR record existiert und die Domain die in
> diesem PTR steht dann wieder auf die ursprüngliche IP zurück auflösbar
> ist. Das ganze nennt sich forward confirmed reverse dns; kannst du googlen.

man kann auch auf RFC 1912 verweisen aber es hilft meist wenig

        https://tools.ietf.org/html/rfc1912#section-2.1


--
A. Schulze
DATEV eG
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Re: Problem mit IPv6

Andreas Meyer-3
Hallo!

Andreas Schulze <[hidden email]> schrieb am 07.12.17 um 12:32:41 Uhr:

> Am 06.12.2017 um 21:05 schrieb Florian Pritz:
> > Die Lösung wäre, dass er sicherstellen muss, dass für jede IP(4/6) mit
> > der er sendet ein passender PTR record existiert und die Domain die in
> > diesem PTR steht dann wieder auf die ursprüngliche IP zurück auflösbar
> > ist. Das ganze nennt sich forward confirmed reverse dns; kannst du googlen.  
>
> man kann auch auf RFC 1912 verweisen aber es hilft meist wenig
>
> https://tools.ietf.org/html/rfc1912#section-2.1

Der AAAA-record wurde jetzt gesetzt und für die IPv6 Adresse ist der gleiche
RDNS Name eingetragen, wie für die IPv4 Adresse.

Alles gut und reject_unknown_client_hostname kann bleiben.

Grüße

  Andreas

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Re: Problem mit IPv6

Max Grobecker
In reply to this post by Andreas Meyer-3
Hallo,


Am 06.12.2017 um 19:44 schrieb Andreas Meyer:

> Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: 550 5.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>

Aus meiner Sicht ist es eine ganz schlechte Idee, E-Mails wegen DNS-Auflösungsfehlern permanent abzulehnen.
Hier ist es sinnvoller mit 4xx-Codes zu arbeiten, denn es hat in der Vergangenheit schon genug Fälle gegeben wo große DNS-Störungen dann zu genau
solchen Fehlern führten und E-Mails verloren gegangen sind.

Das würde dann auch erstmal vorläufig dein Problem lösen, weil der Server dann irgendwann wieder mit IPv4 um die Ecke kommen wird.



Max


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Re: Problem mit IPv6

Andreas Meyer-3
Hallo!

Max Grobecker <[hidden email]> schrieb am 09.12.17 um 14:20:32 Uhr:

> > Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: 550 5.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>  
>
> Aus meiner Sicht ist es eine ganz schlechte Idee, E-Mails wegen DNS-Auflösungsfehlern permanent abzulehnen.
> Hier ist es sinnvoller mit 4xx-Codes zu arbeiten, denn es hat in der Vergangenheit schon genug Fälle gegeben wo große DNS-Störungen dann zu genau
> solchen Fehlern führten und E-Mails verloren gegangen sind.
>
> Das würde dann auch erstmal vorläufig dein Problem lösen, weil der Server dann irgendwann wieder mit IPv4 um die Ecke kommen wird.

Das ist eine gute Idee, kann ich mich mit anfreunden. Der default ist ja
auch ein 450 reject. Ich hatte das in 550 geändert, weil ich dachte, dann versucht
ein Spamer ja immer wieder einzuliefern, also gleich permanent ablehnen, das
war mein Gedanke dabei.

Im konkreten Fall war es aber kein Spam, sondern der AAAA-record hatte gefehlt,
also wäre ein 450er eigentlich besser gewesen.

Oder gibt ein nicht ausreichend konfiguriertes System irgendwann mal den Versuch
auf, einzuliefern?

Grüße

  Andreas

--
PGP-Fingerprint: F004 8EEE 5E54 F2EA 566E B939 22E5 85DD AA14 AC0A

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AW: Problem mit IPv6

Daniel-6
Viele Postmaster scheinen sich nicht um bounces oder sowas wie fehlenden rDNS/PTR zu interessieren bzw. zu überwachen, womit auch temporär ablehnen nicht hilft, außer dass dein Log noch weiter zugemüllt wird.

Selbst teilweise Postmaster anschreiben bringt nichts, teilweise gibt es nicht mal nen abuse@ oder postmaster@ Postfach.

Ob Spam oder nicht, mir ehrlich gesagt egal, unbekannter Hostname = direkte Ablehnung, meistes ist es nur Spam und fliegt so schon raus, bevor überhaupt ne DNSBL abgefragt wird oder Spamassian seine Wertung macht.

Schreib wenn deren Postmaster notfalls Service an, oder setze deren IP in Whitlist, oder lässt es wie es ist also ablehnen.

Gruß Daniel

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Postfixbuch-users [mailto:[hidden email]] Im Auftrag von Andreas Meyer
Gesendet: Samstag, 9. Dezember 2017 20:39
An: [hidden email]
Betreff: Re: Problem mit IPv6

Hallo!

Max Grobecker <[hidden email]> schrieb am 09.12.17 um 14:20:32 Uhr:

> > Dec  6 19:16:40 bitmachine1 postfix/smtpd[22710]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]: 550 5.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [2a02:248:2:3377:5054:ff:fe80:307]; from=<[hidden email]> to=<[hidden email]> proto=ESMTP helo=<smtp.amimanera.de>  
>
> Aus meiner Sicht ist es eine ganz schlechte Idee, E-Mails wegen DNS-Auflösungsfehlern permanent abzulehnen.
> Hier ist es sinnvoller mit 4xx-Codes zu arbeiten, denn es hat in der Vergangenheit schon genug Fälle gegeben wo große DNS-Störungen dann zu genau
> solchen Fehlern führten und E-Mails verloren gegangen sind.
>
> Das würde dann auch erstmal vorläufig dein Problem lösen, weil der Server dann irgendwann wieder mit IPv4 um die Ecke kommen wird.

Das ist eine gute Idee, kann ich mich mit anfreunden. Der default ist ja
auch ein 450 reject. Ich hatte das in 550 geändert, weil ich dachte, dann versucht
ein Spamer ja immer wieder einzuliefern, also gleich permanent ablehnen, das
war mein Gedanke dabei.

Im konkreten Fall war es aber kein Spam, sondern der AAAA-record hatte gefehlt,
also wäre ein 450er eigentlich besser gewesen.

Oder gibt ein nicht ausreichend konfiguriertes System irgendwann mal den Versuch
auf, einzuliefern?

Grüße

  Andreas

--
PGP-Fingerprint: F004 8EEE 5E54 F2EA 566E B939 22E5 85DD AA14 AC0A

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Re: Problem mit IPv6

Max Grobecker
Moin,

Am 09.12.2017 um 20:55 schrieb Daniel:
> Ob Spam oder nicht, mir ehrlich gesagt egal, unbekannter Hostname = direkte Ablehnung, meistes ist es nur Spam und fliegt so schon raus, bevor überhaupt ne DNSBL abgefragt wird oder Spamassian seine Wertung macht.

Da ist auch nichts gegen zu sagen - aber ich rate aus Erfahrung dringend davon ab, das mit 5xx-Codes zu machen.
Es gab schon öfter Events (und es wird sie in Zukunft geben), wo die Reverse-Delegation von IP-Adressen beim RIPE
(oder auch anderen RIRs) kaputt war und dadurch Namen zu IP-Adressen nicht mehr auflösbar waren.
Wenn du das hart ablehnst, sind im Zweifel über einen längeren Zeitraum (bis du es halt bemerkst) die E-Mails einfach weg.
Lehnst du - wie es die Standardkonfiguration vorsieht - stattdessen mit 4xx ab, bekommst du die E-Mails später nochmal zugestellt
wenn die PTR-Auflösung wieder funktioniert.

Eine kleine Auswahl dieser Events:
 * https://www.ripe.net/support/service-announcements/reverse-dns-issue-for-some-delegations-in-the-ripe-ncc-service-region
 * https://www.ripe.net/support/service-announcements/dns-resolution-issues
 * https://www.denic.de/aktuelles/news/artikel/partielle-nicht-erreichbarkeit-von-de-domains-1/




@Andreas:
> Das ist eine gute Idee, kann ich mich mit anfreunden. Der default ist ja
> auch ein 450 reject. Ich hatte das in 550 geändert, weil ich dachte, dann versucht
> ein Spamer ja immer wieder einzuliefern, also gleich permanent ablehnen, das
> war mein Gedanke dabei.

Ein Großteil des Spam wird von irgendeiner Software ohne Mailqueue gesendet - würde also nicht mehrfach auftauchen.
Natürlich gibt es aber auch Spam, welcher über irgendwelche krude konfigurierten Mailserver ohne (konsistenten) PTR gesendet wird, den würdest du dann
mehrfach im Logfile haben. Allerdings geben die Mailserver normalerweise nach einiger Zeit auf. Wie lange das ist,
hängt von der jeweiligen Konfiguration ab - gehe aber mal von so ca. 7 Tagen aus.



Max


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Re: Problem mit IPv6

Alexander Stoll
Am 10.12.2017 um 09:08 schrieb Max Grobecker:

> Da ist auch nichts gegen zu sagen - aber ich rate aus Erfahrung
> dringend davon ab, das mit 5xx-Codes zu machen. Es gab schon öfter
> Events (und es wird sie in Zukunft geben), wo die Reverse-Delegation
> von IP-Adressen beim RIPE (oder auch anderen RIRs) kaputt war und
> dadurch Namen zu IP-Adressen nicht mehr auflösbar waren. Wenn du das
> hart ablehnst, sind im Zweifel über einen längeren Zeitraum (bis du
> es halt bemerkst) die E-Mails einfach weg. Lehnst du - wie es die
> Standardkonfiguration vorsieht - stattdessen mit 4xx ab, bekommst du
> die E-Mails später nochmal zugestellt wenn die PTR-Auflösung wieder
> funktioniert.
Sehr einseitige Darstellung, wenn schon, dann bitte das Gesamtbild
beleuchten. Der häufigste Fehler im DNS System ist eine fehlende Antwort
durch Serverausfall, etc. und in diesem Fall, wenn bei einem brauchbaren
Resolver keine aktive Antwort des zuständigen NS mit NXDOMAIN zurück
kommt, wandelt Postfix auch konfigurierte 5xx in temporäre 4xx um.
Eingebauter Failsafe.
Wenn eine Fehlkonfiguration vorliegt, ist es eine Frage der Policy, wie
man dazu steht und ob man das sofort permanent ablehnt.
Bei legitimen Systemen mit temporärer Ablehnung bleibt die Mail für die
Queue-Laufzeit des sendenden Systems ohne Zustellung beim Empfänger, von
der der Absender u.U. nichts mitbekommt. Beim heute üblichen Missbrauch
von E-Mail als Echtzeitkommunikation oft keine erstrebenswerte
Situation. Der Absender erfährt u.U. erst nach Tagen von der endgültigen
gescheiterten Zustellung durch Überschreitung der Queue-Zeit.
Bekommt der Absender umgehend einen Bounce durch sofortige permanente
Ablehnung, kann er bei zeitkritischen Dingen ggf. zum Telefon greifen
und/oder die Behebung des technischen Mangels, der zum Bounce geführt
hat, zeitnah abstellen lassen.
Und ohje ohje muss die E-Mail eben ggf. erneut versenden.
Generell gilt, man sollte eine für die eigene Situation passende
Abwägung treffen, wie man auf "suboptimale" Abweichungen vom Protokoll
und Infrastrukturfehlern reagiert. Was für den einen sinnvoll ist, muss
für den anderen nicht ebenso passen.
Die Anforderungen diktieren die passende Konfiguration im Rahmen des
technisch Möglichen. Blind ohne Abwägung durch "Übertoleranz" versuchen
zu wollen alles irgendwie erdenkliche, was so schief laufen kann
abzufangen, funktioniert in den seltensten Fällen gut...




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